„Die KÜFOG GmbH wurde im Frühjahr 2005 mit der Durchführung benthosbiologischer Untersuchungen an sieben Dauermessstationen im Weserwatt vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Betriebsstelle Brake-Oldenburg) beauftragt, die im Rahmen der Beweissicherung der Firma Kronos Titan seit 1975 jährlich zweimal untersucht werden. Eine Probenahmestation liegt im Bereich Langlütjen I. Darüber hinaus wurden 2 Transekte im Lunewatt und vor Blexen beprobt. Die genauen Positionen der Stationen sind der Leistungsbeschreibung zu entnehmen.“
Mit den hier vorgelegten Kurzberichten soll nur über den Stand der Arbeiten informiert und neu hinzugewonnenes Datenmaterial übermittelt werden. Wenn erste Interpretationen versucht werden, sind sie vorläufig. Erst in den vollständigen Berichten werden die Ergebnisse kritisch gewertet, da die Prozesse im Gesamtsystem des Ästuars und Literaturbefunde berücksichtigt werden müssen. Es sind Kurzberichte zusammengefasst über: Daueruntersuchungen von Sediment, Pflanzenfarbstoffen und Bodenfauna an den Stationen T1-T7 (1985-1987); Schwermetalluntersuchungen an Sedimenten, Ufervegetation und Bodenfauna (1985; 1986); Untersuchung des Schöpfplanktons (1982; 1983; 1986; 1987); Sonderuntersuchung zur Toleranz von Vaucharia-Arten de Brackwassers gegenüber Abwässern aus der Titandioxid-Industrie (1986; 1987)
Seit 1984 laufen auf beiden Seiten der Emsmündung Bestandsaufnahmen des Dienst Getijdewateren und der Forschungsstelle Küste mit dem Ziel, die Verteilung der makrobenthischen Wattenfauna in einem gemeinsamen Bericht darzustellen. In dem vorliegendem Bericht ist nur ein Teil des auf der deutschen Seite gewonnenen Materials verarbeitet, vornehmlich Daten des Abschnittes vom Dollart einschließlich bis zur Südgrenze der Leybucht. Für das aufwärts anschließende Gebiet der Unterems wurden recht vollständige Bearbeitungen von 1979 weitgehend unverändert übernommen, nur durch Befunde jüngerer Stichproben aktualisiert. Somit enthält dieser Bericht eine vorläufige Darstellung (noch ohne Berücksichtigung der niederländischen Daten) der Emsmündung von Papenburg bis zum Pilsumer Watt.
„Im Jahre 1966 wurde auf dem Blexer Groden bei Nordenham der Bau eines Titandioxid-Werkes begonnen. Die Gesellschaft erhielt die wasserbehördliche Erlaubnis, täglich 38.200 m³ Abwasser bei Blexen in die Weser einzuleiten. Die Produktion wurde im Frühjahr 1969 aufgenommen. Über den Einfluss von Abwässern dieser Art und vor allem dieser Größenordung auf die Lebensgemeinschaften von Küstengewässern lagen in Deutschland noch keine Erfahrungen vor. […] Eine zweite Quelle chemischer Abwässer ist das Guanowerk bei Nordenham, das ab Mai 1968 täglich 450 t Gips, mit 36000 m³ Kühlwasser zu einer Emulsion verdünnt, ausstößt. Es wird davon angenommen, dass der Gips vollständig in Lösung geht […]. Um eine Grundlage zu schaffen, die eine Beurteilung späterer Veränderungen ermöglicht, wurde noch vor Produktionsbeginn des Titanwerkes eine chemisch-biologische Bestandsaufnahme in der Wesermündung vorgenommen. Das Niedersächsische Wasseruntersuchungsamt (NWU), Hildesheim, übernahm den chemischen, die Forschungsstelle Norderney den biologischen Teil der Beweissicherung. […] die Feldarbeiten der Untersuchungen dauerten 1 Jahr, von Ende 1967 bis Ende 1968. […]“
Summary: In summer 1982 a survey of intertidal macrovegetation in the Weser estuary was carried out. Combined with the results of anterior floristic investigations the vegetation of the whole area is described and represented in maps. With regard to the dominant species the area exhibits three zones of different bank vegetation: Zusammenfassung: Im Sommer 1982 wurde eine Bestandsaufnahme der eulitoralen Pflanzengemeinschaften in der Unter- und Außenweser ausgeführt und mit vorangegangenen Vegetationsaufnahmen des Gebietes zu einer Gesamtdarstellung zusammengefasst. Die seeseitige Grenze des Untersuchungsgebietes liegt bei Fedderwarder Siel (Butjadingen) bzw. Spieka (Land Wursten), die flussseitige am Nordende des Harrier Sandes. Nach den bestandsbildenen Arten lassen sich drei Abschnitte unterschiedlicher Uferflora erkennen:
Summary: The present study is dealing with intertidal sediments, vegetation and bottom fauna of an area in the Weser estuary near Nordenham and Bremerhaven, which since 1969 has received waste water from a titanium dioxide factory. A comparison is made between the ecological situation in 1968 – before the beginning of the discharge – and in 1980. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die vorliegende Untersuchung behandelt Sedimenteigenschaften, Ufervegetation und eulitorale Bodenfauna eines ästuarinen Gebietes, das seit 1969 Abwässer eines Titandioxid-Werkes aufnimmt. Es wird die Situation von 1980 mit dem Zustand vor Beginn der Einleitung in Vergleich gesetzt, der in einer Basisuntersuchung von 1968 festgehalten worden ist.
„Seit 1969 wird Abwasser aus der Titandioxidproduktion in die Wesermündung eingeleitet. Urheber ist die Firma Kronos Titan GmbH & Co. OHG, die in ihrem Werk in Nordenham aus norwegischem Titanerz (Ilmenit) unter Einsatz von Schwefelsäure (Sulfatverfahren) das Weißpigment Titandioxid gewinnt. Die Einleitungsstelle für die Abwässer, die nach der Richtlinie 92/112/EWG1 als „schwach saure Abfälle“ einzustufen sind, befindet sich in Höhe UW-km 65,8 am Grunde des Stromes. Die Hauptbestandteile des Abwassers bilden Schwefelsäure (H2SO4) und Eisensulfat (FeSO4). Daneben sind verschiedene Titanverbindungen und Spuren weiterer Metalle enthalten. Ein Überblick über die durchschnittlichen Netto-Jahresfrachten dieser Stoffe wird in Tabelle 2 gegeben. Durch die Richtlinie 78/176 EWG2 wird eine regelmäßige Überwachung der Umwelt im Bereich der Einleitungsstelle begründet. Unter anderem sind zu untersuchen „die Vielfalt sowie der relative und absolute Bestand der Tier- und Pflanzenwelt“ sowie „die toxischen Metalle im Wasser, in schwebenden Feststoffen, in den Sedimenten und, akkumuliert, in ausgewählten benthonischen und pelagischen Organismen“. Weitere Einzelheiten zur Überwachung sind in Anhang II der Richtlinie 82/883/EWG3 niedergelegt. Die biologische Überwachung (seit 1968) sowie die Überwachung der Anreicherung von toxischen Metallen (seit 1985) wird von der Forschungsstelle Küste Norderney (heute NLWKN) durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umweltüberwachung sind in verschiedenen Berichten bis einschließlich 1994 (Makrozoobenthos und Sedimente) bzw. 1992 (Metalle) dokumentiert (u. a. MICHAELIS 1973, GROTJAHN & MICHAELIS 1985, WIENECKE 1982, KOLBE 1997 und KOLBE 1995). Im Juni 2005 wurde die Firma bio-büro Norden durch den NLWKN – Betriebsstelle Brake Oldenburg mit der Auswertung der bis 2004 erhobenen Überwachungsdaten beauftragt.“
Four years of monitoring were carried out on intertidal sedimente and bottom fauna in the Weser estuary around Nordenham, where since 1969.large amounts (c. 20 000 to 30 000 m3 /day) of waste water from a Titaniumdioxide factory are discharged. The main constituents are H2SO4 and FeS04, the pH-value is between 2 and 2.5. The results could be compared with a base-line study from the time before the beginning of the discharge. The main results, summarized as annual mean values of the. parameters investigated quantitatively, are given in table 8. The main characteristics of the area investigated are salinities low in average but widely fluctuating, highly turbid water, very soft muddy sediments containing high amounts of clay, organic matter and several chemical compounds, and the presence of a largely impoverished bottom fauna. From the 26 species occurring 16 are of marine and four of limnic origin, the remaining six are indigenous brackish water species. According to the instable environment, species combination changed continuously, particularly dependant on river discharge and changing salinity. A particular interest was attached to the development of iron content in the deposite during the discharge of iron-acid wastes. There was a certain rise in several years which, however, was not continuous. With regard to the ecological effects it was concluded, that drastic changes in species diversity and total biomass have not occurred, while total abundance has declined close to the waste water outlet but in certain other areas has increased. Concerning species combination, it became evident that one species which had been abundant before the beginning of the discharge, the brackish water crustacean Neomysis. integer, has disappeared.
Temporal reference of content:
09.09.2004 until 09.09.2004
Digitales Oberflächenmodell der Insel Norderney. Aufgenommen mit dem Kamerasystem HRSC-AX während der Befliegung des Niedersächsischen Wattenmeeres 2004. Datentiefe 16-bit, Bodenpixelauflösung 100cm, Höhengenauigkeit 10cm, Referenzsystem Gauss-Krüger Zone 3. Digital surface model of the island Norderney from the aerial flight 2004. Colour depth 16-bit, ground resolution 100cm, height accuracy 10cm, reference system Gauss-Krüger zone 3.
Temporal reference of content:
09.09.2004 until 09.09.2004
Digitales panchromatisches Orthofotomosaik der Insel Norderney. Aufgenommen mit dem Kamerasystem HRSC-AX während der Befliegung des Niedersächsischen Wattenmeeres 2004. Datentiefe 16-bit, Bodenpixelauflösung 32cm. Referenzsystem Gauss-Krüger Zone 3. Digital panchromatic orthoimage mosaic of the island Norderney from the aerial flight 2004. Colour depth 16-bit, ground resolution 32cm. Reference system Gauss-Krüger zone 3.