„Zusammenfassung: Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Durchführung eines Praxistests zur Erfassung eulitoraler Seegrasbestände und die Bewertung der dafür eingesetzten Gelände- und Fernerkundungsmethoden. Aufbauend auf dem Monitoringkonzept zur Überwachung der niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer nach EG-WRRL wurden sechs eulitorale Seegrasbestände im Sommer 2006 populationsbiologisch untersucht und ausgewertet. “Abstract: Subject of the present study is the implementation of a practical test for recording sea grass meadows of the intertidal zone and the assessment of the ield and remote sensing methods used. According to the Water Framework Directive a monitoring concept for the transitional and coastal waters of Lower Saxony was developed. Based on this concept, population biology was investigated and assessed within six intertidal sea grass meadows during summer 2006.
„Anlass der vorliegenden Untersuchung waren vermehrte Anzeichen für eine Artenabnahme auf künstlichen Hartsubstraten. Um eventuelle Entwicklungen zu erfassen, wurden im Rahmen dieser Arbeit an ausgewählten Standorten im niedersächsischen Wattengebiet qualitative Bestandsaufnahmen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden mit früheren Untersuchungen im Hinblick auf Änderungen in der Artenzusammensetzung verglichen. Darüber hinaus wurden am Standort Norderney neben den qualitativen auch quantitative Beprobungen durchgeführt, um eine detaillierte Vergleichsgrundlage für zukünftige Untersuchungen zu schaffen. Aufgrund der Annahme, dass der erhöhte Fraßdruck angewachsener Bestände einzelner Vogelarten mit der angenommenen Artenabnahme in ursächlichen Zusammenhang steht, wurden zudem auf Norderney Vogelzählungen und –beobachtungen insbesondere muschelfressender Seevögel (Silbermöwe, Austernfischer, Eiderente) durchgeführt. […] An fünf Standorten im niedersächsischen Wattengebiet wurden im Jahre 1993 folgende anthropogene Hartsubstrate untersucht: Wilhelmshavener Leitdamm und Eckwarderhörner Damm und Buhne (Jadebusen), Sockel des erloschenen Sengwarder Unterfeuers (Hoher Weg), Schiffswracks (Knechtsand), Buhnen und Kransockel (Norderney). Während die vorangegangenen Untersuchungen ein aus 95 bestehendes Spektrum aufwiesen, wurden 1993 nur 73 Arten gefunden. […] Der drastische Rückgang ist in erster Linie auf anthropogene Einflusse zurückzuführen. […]“
„Beim Cappeler Tief an der Wurster Küste wurden im Jahre 1957 morphologische, hydormetrische, bodenkundliche und biologische Untersuchungen ausgeführt, um die Ursachen fortschreitender Vorlandabbrüche zu ergründen und Empfehlungen für den Schutz dieses Küstenabschnittes zu erarbeiten. Die Empfehlungen gingen dahin, entlang der gefährdeten Strecke Landgewinnungsfelder anzulegen, was bereits im folgenden Jahre – 1958 – in die Tat umgesetzt wurde. Es wurde erwartet, dass durch den solchermaßen eingeleiteten Verlandungsprozess die Beanspruchung der zum Teil über einen Meter hohen Abbruchkanten des alten Vorlandes durch Seegang gemindert werden würde. Es war vorgesehen die Wirksamkeit dieser Anlagen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und dann den Verlandungsfortschritt höhenmäßig, bodenkundlich und biologisch so lange zu verfolgen, bis die Felder das MThw und die Sukzessionsstufe des Andelrasens erreicht haben würde. Die Untersuchungen fanden in den Jahren 1970, 1977/78, 1985 und 1997 statt. Zum letztgenannten Zeitpunkt waren die Verlandungsfelder weitgehend geschlossen begrünt, befanden sich aber immer in einem Stadium vor der endgültigen Verlandung. Die Untersuchung dokumentiert in einem langfristigen und interdiziplinären Ansatz (Hydrometrie, Morphologie, Bodenkunde, Botanik, Zoologie) alle wesentlichen Aspekte und Sukzessionsstadien des Verlandungsprozesses von Beginn an. Sie vermittelt Erfahrungen und Entscheidungshilfen in Konfliktsituationen zwischen Küstenschutz und Naturschutz, wenn es um Fragen der Sicherung abbrechender Vorländer geht.“
Unsere Kenntnisse über Vorkommen und Verbreitung der makroskopischen Wattentiere sind aufgrund der zahlreich vorliegenden biologischen Kartierungen recht vollständig. Allein über das Gebiet der niedersächsischen Watten bestehen mehr als dreißig Bearbeitungen von einzelnen Teilabschnitten. Es war anscheinend das Bestreben nach einer möglichst umfassenden Bestandsaufnahme, welches die Fragen nach zeitlichen Veränderungen lange Zeit in den Hintergrund gedrängt hat. Bereits frühen Autoren, z.B. THAMDRUP (1935) und KÖNIG (1943), ist aber aufgefallen, dass Wattflächen bei wiederholter Untersuchung stets einen mehr oder weniger deutlichen Wechsel des Besiedlungsbildes erkennen lassen. [...] Im Ganzen ist aber das Wissen über jahreszeitliche Gänge und langfristige Veränderungen eulitoraler Bodengemeinschaften noch sehr spärlich. [...] Gegenwärtig dürfte im Hinblick auf die wachsende Verunreinigung der Küstengewässer die Erforschung solcher Bestandsveränderungen besonders wichtig sein. Denn wenn es darum geht, die Einflüsse von Abfallstoffen richtig zu beurteilen, müssen Vorstellungen über Ausmaß und zeitlichen Ablauf naturbedingter Schwankungen vorhandensein. Die vorliegende Untersuchung stellt zunächst eine orientierende Studie dar, in der an nur einer Station die Veränderungen über zwei Jahre verfolgt werden. Die „Terminstation“ liegt auf dem Norderneyer Watt südlich des Leuchtturmes, 450m von der Vorlandkante entfernt [..].
Im Rahmen der Überwachung niedersächsischer Küstengewässer werden seit 1983 im Auftrage des NLÖ vom Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg in verschiedenen Bereichen des Wattenmeeres zwischen Ems und Elbe zwei- bis dreimal jährlich Miesmuschelproben entnommen und auf Schwermetalle analysiert. 1993 und insbesondere 1994 fand eine Erweiterung des Untersuchungsumfanges auf organische Schadstoffe statt. Verbunden mit einem Sondermessprogramm zur Untersuchung der Miesmuscheln auf Dioxine/Furane wurden zusätzlich 72 PCB-Kongenere einschließlich der aus toxikologischer Sicht besonders bedeutungsvollen koplanaren und atropisomeren PCB erfasst. Aus ökologischer Sicht geht es um die Frage nach einem möglichen ursächlichen Zusammenhang zwischen der festgestellten Schadstoffbelastung der Muscheln und dem seit Mitte der 80er Jahre im niedersächsischen Wattenmeer beobachteten, drastischen Rückgang der Miesmuschelbestände. Hinsichtlich der Verwendung der Miesmuscheln als Lebensmittel stellt sich die Frage, wie die Schadstoffbelastung der Muscheln aus ernährungstoxikologischer Sicht zu bewerten ist. Ein wichtiger Aspekt der Arbeiten ist es zu dokumentieren, in welchem Maße sich Teilbereiche des Wattemeeres hinsichtlich ihrer Schadstoffbelastung unterscheiden und welche Entwicklungstendenzen nach der Einleitung von Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstoffeinträgen zu erkennen sind. […]
Vorliegende Studie über die langfristigen Bestandsveränderungen der Miesmuschelpopulation im Einzugsgebiet des Norderneyer Seegats besteht aus zwei Teilen: 1. Verteilung und Ausdehnung der Miesmuschelbänke werden für verschiedene Zeiten dargestellt, basierend auf Bestandsaufnahmen in den Jahren 1949, 1951, 1973 – 1975 und 1987. 2. Im Jahre 1976 wurde in einer nicht befischten Miesmuschelbank des Norderneyer Watts eine Dauerstation eingerichtet, um die Populationsdynamik von Mytilus edulis, die langfristigen Schwankungen ihrer Abundanz und Biomasse und die Bestandsänderungen ihrer Begleitformen untersucht. Die Lage der Bänke zeigte zunächst ein über Jahrzehnte beständiges Verteilungsmuster. Die Muschelbestände selbst waren dagegen außerordentlich starken Dichteschwankungen unterworfen, bedingt durch die Neigung von Mytilus edulis zu Massenbrutfall in unregelmäßigen Abständen und ihre Anfälligkeit gegenüber stochastisch auftretenden Ereignissen wie Eisgang, Sturmfluten und Parasitenepidemien. Mitte der achtziger Jahre erfolgte ein derartig anhaltender Rückgang der Population, dass eine Reihe von Bänken gänzlich verschwand. Ursache war wahrscheinlich eine besondere Häufung bestandsreduzierender Faktoren: verstärkter Fraßdruck durch die Eiderenten seit Ende 1983 und 1984 und drei aufeinander folgende Eisperioden in den Jahren 1985, 1986 und 1987. Die Miesmuschelpopulation hat sich gegenwärtig noch nicht von ihrem kritischen Zustand erholt.
„Dieses Monitoringkonzept bezieht sich auf die niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer in den Flussgebietseinheiten Weser und Ems. […] Artikel 8 der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtet die Mitgliedsstaaten bis zum 22.12.2006 Programme zur Überwachung des Zustands der Gewässer aufzustellen. Ziele dieser Programme sind die Ermittelung der Gewässerbeschaffenheit, die Ermittelung von Ursachen für Defizite in der Gewässerqualität, Erhebung von Grundlagen zur Maßnahmenplanung, die Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen sowie die Erfassung der diesbezüglichen Trends. Bei Oberflächengewässern umfassen diese Programme die Ermittelung des ökologischen und chemischen Zustands bzw. des ökologischen Potenzials. […] Die nach WRRL vorgeschriebene Bestandsaufnahme und Erstbewertung wurde im Mai 2005 abgeschlossen, die Berichte liegen für die drei Bearbeitungsebenen Flussgebietseinheit, Koordinierungsraum und Bearbeitungsgebiet vor. Die Ergebnisse sind eine Voraussetzung für die Aufstellung von Übergangsprogrammen. Im Prozess der Anwendungserprobung (Praxistest) des vorgelegten Programms werden ggfs. Zukünfitg weitere Modifizierungen und Anpassungen notwendig sein. Um eine möglichst effiziente Erfüllung der Aufgaben leisten zu können. Bereits berücksichtigt werden die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den seit vielen Jahren durchgeführten Messprogrammen des Bund/Länder-Messprogramms Meeresumwelt Nord- und Ostsee (BLMP) und des zwischen den Wattenmeeranrainern vereinbarten Trilateralen Monitoring- und Assessmentgroamms (TMAP). […]“
Aus der Schillverteilung im Emsmündungsgebiet lassen sich folgende Wanderwege für Bodenmaterialien im weiteren Sinne erschließen: Das von der freien See herbeigeführte Material dringt in ungleicher Weise in die Alte Ems und in das Randzel Gat ein, wobei der größere Mengenanteil durch das letztgenannte Gat, und zwar auf dessen Südwest-Seite transportiert wird. Der kleinere Annteil wird auf der Nordost-Seite der Alten Ems küstenwärts verfrachtet. Außerdem gelangt über dem Südost-Teil des Möwensteert sekundär weiteres Seematerial in die Alte Ems, - Duke Gat und Emshörn Fahrwasser werden ebenfalls ungleich mit marinem Material versorgt. Der Hauptanteil hiervon nimmt seinen Weg durch das Emshörn Fahrwasser und gelangt in das Ostfriesische Gatje, während der kleinere, in der Alten Ems antransportierte Teil über das Duke Gat in die Bucht von Watum eindringt. Bevorzugte Transportseiten lassen sich infolge der rapiden Abnahme der Seeschillmengen in diesen Rinnen nicht angeben. Von den angrenzenden Watteilen und aus dem Dollart werden die Bodenmaterialien zum größten Teil in die Bucht von Watum, im Duke Gat sowie in die Alte Ems seewärts verfrachtet und gelangen schließlich in die Wester Ems und in das Hubert Gat. Der kleinere Anteil wird im Ostfriesischen Gatje, im Emshörn Fahrwasser und im Randzel Gat transportiert. Die seewärtige Verlagerung scheint in der Bucht von Watum und im Ostfriesischen Gatje jeweils auf der Westseite stattzufinden, doch bedarf dieser Vermutung einer Sicherung durch weitere Beweise mit anderen Methoden. Wesentlich besser fundierte Hinweise über die Transportseiten des Wattenmaterials lassen sich nur im Bereich außerhalb der Inselkette angeben, In der Wester Ems wird die Masse des ausgeschwemmten Wattenmaterials auf der Nordseite, der kleinere Teil dagegen im Hubert Gat auf der Südseite, nach Westen verfrachtet. Diese von der Ems nur in untergeordnetem Maße versorgte Seite des Hubert Gats bezieht darüber hinaus einen Zuschub von Bodenmaterial aus den angrenzenden holländischen Wattregionen.
Seit 1989/90 wurden vom NLÖ – Forschungstelle Küste zahlreiche Salzwiesenflächen im Jadebusen und Elisabeth-Außengroden untersucht. Ergebnisse dieser Arbeiten wurden bereits in mehreren Dienstberichten vorgelegt. […] Somit liegt inzwischen zur Entwicklung von Kleientnahmen in Salzwiesen eine Fülle von ökologischen Daten aus einer in ihrer Art einmaligen Zeitreihe von 10 Untersuchungsjahren vor. Der Teil A des vorliegenden Dienstberichts gibt nunmehr einen Überblick über die Arbeiten der Forschungsstelle Küste zur Frage von Kleientnahmen vor allem im Bereich des III. Oldenburgischen Deichbands. Die Zusammenstellung umfasst eine Dokumentation der bisher gelieferten Berichte und sonstiger Veröffentlichungen, eine Zusammenstellung der bisherigen Ergebnisse und eine Beschreibung des derzeitigen Arbeitsstandes. Arbeitsergebnisse aus dem Bereich des II. Oldb. Deichbands (südlicher und östlicher Jadebusen) werden ergänzend dann aufgegriffen, wenn damit grundlegende Prozesse der Salzwiesen- und Püttenentwicklung sowie das Spektrum der Bewertungsansätze besser zu verdeutlichen sind als bei alleiniger Beschränkung auf die Untersuchungsergebnisse im Zuständigkeitsberich des III. Oldenburgischen Deichbands. Um die diesbezüglichen Ergebnisse räumlich und methodisch einordnen zu können, werden in den Kapitel 2 und 3 (Untersuchungsgebiet, Methoden, und Zeiträume der Datenerhebung) die Arbeiten der Forschungsstelle Küste zur Frage von Kleientnahmen im Verbandsgebiet des II. Oldenburgischen Deichbands mit aufgeführt. In den bisher vorgelegten Dienstberichten wurden jeweils konkret baumaßnahmenbezogene Daten eingearbeitet. Eine vollständige, abschließende Auswertung aller im Gesamtuntersuchungsgebiet durchgeführten Untersuchungen konnte jedoch wegen des großen Umfangs des gesammelten Datenmaterials noch nicht erfolgen.
„Eutrophierung betrifft viele Küstengebiete, die unter einer hohen anthropogen verursachten Nährstoffzufuhr leiden, und verursacht deutliche Veränderungen der heimischen Flora und Fauna sowie Sauerstoffmangel im Sediment. Seitdem 1989 ein auffälliges Massenvorkommen von Makroalgen (Chlorophyta) auf den eulitoralen Flächen des Wattenmeeres festgestellt wurde, wird die Verbreitung und Dichte der Algenbedeckung der niedersächsischen Wattflächen durch Befliegungen (1990- 2004) und Begehungen (1989-1994) in den Sommermonaten überwacht. Der vorliegende Bericht fasst alle Untersuchungen zusammen, die hinsichtlich methodischer Aspekte, der Ausdehnung und Bedeckung, Artzusammensetzung und Biomasse zum Phänomen der Massenentwicklung von Grünalgen bis 2004 vom NLWKN durchgeführt wurden.“ “Eutrophication affects many coastal areas suffering from anthropogenic nutrient inputs resulting in severe changes of the native flora and fauna as well as oxygen depletion in the sediment. Since 1989, when a mass development of macroalgae occurred in the intertidal of the Wadden Sea, the distribution and density of macroalgae (Chlorophyta) in the intertidal Lower Saxonian Wadden Sea region has been monitored by means of aerial surveys (1990-2004) and ground truth (1989-1994) during summer months. This report summarises all investigations which have been conducted by the NLWKN concerning methods, distribution and density, species inventory and biomass of the phenomenon mass development of green algae.”