Der Hauptdeich zwischen Cäciliengrode und Dangast soll ab 1996 erhöht und verstärkt werden. Dabei soll Klei, je nach Bauvariante, zum Teil aus dem Deichvorland entnommen werden. Das Untersuchungsgebiet umfasst eine Vielzahl von Salzwiesen zwischen Mariensiel und Petershörn, darunter neben potentiellen Kleientnahmeflächen auch Salzwiesenbereiche mit unterschiedlichen, für die Region typischen Biotopstrukturen sowie Pütten verschiedenen Alters und Entwicklungsstandes. Neben Untersuchungen zur Entwicklung von ausgepütteten und nicht ausgepütteten Salzwiesen wird ebenfalls die voraussichtliche Entwicklung von potentiellen Kleieentnahmestellen im westlichen Jadebusen unter verschiedenen Nutzungsbedingungen dargestellt.
„Im Rahmen des „Trilateral Monitoring and Assessment Program (TMAP)“ werden seit 1999 vier Monitoringstationen zur Überwachung des Makrozoobenthos auf der Lütetsburger Plate untersucht. Zusammen mit den bereits seit 1976 bestehenden Dauerstationen des NLÖ Forschungsstelle Küste im Norderneyer Inselwatt ist damit ein durchgehendes eulitorales Stationsprofil von der Festlandslinie bis zum Inselwatt vorhanden. Zusätzlich besteht seit 1994 eine Dauerstation auf der Lütetsburger Plate speziell zur Überwachung von Besatz, Altersverteilung und Flächenausdehnung der Miesmuschel Mytilus edulis. Diese Station ist Bestandteil des niedersächsischen Programms zur Erfassung der eulitoralen Miesmuschelvorkommen. Die Ergebnisse der Daueruntersuchungen 2007 sind in dem vorliegenden Bericht zusammengefasst.“
Die Leybucht wurde im Sommer 1959 biologisch-bodenkundlich untersucht, um den jetzigen Zustand und die Entwicklungstendenz des Wattes kennen zu lernen. Folgerungen für die Praxis sollten daraus abgeleitet werden. Auf dem Watt wurden 429 Untersuchungsstationen eingemessen. Insgesamt wurden über 4000 quantitative Messungen, Untersuchungen und Analysen vorgenommen. Sie betrafen hauptsächlich: Menge und Zusammensetzung der Flora und Fauna, Menge und Zusammensetzung der Sinkstoffe, Chemismus und Korngrößen des Sedimentes, Salzgehaltsbestimmungen und Verlandungsuntersuchungen. Schließlich werden die Untersuchungsergebnisse in ihrer Bedeutung für die Praxis ausgelegt und eine Stellungnahme zur Eindeichung und der späteren Nutzung der Leybucht abgegeben. Sämtliche untersuchten Faktoren deuten auf eine Stabilisierung und Aufhöhung der Watten hin.
Im September 1960 und 1961 wurden die Landgewinnungsfelder beiderseits des Cappeler Tiefs, die als Ergebnis unserer Untersuchungen aus dem Jahre 1957 angelegt wurden, untersucht, um Verlandungsfortschritte oder Rückschläge kennenzulernen. Die Untersuchung erstreckt sich auf Höhenmessungen, biologische, sedimentologische und bodenkundliche Faktoren. Der Sinkstoffhaushalt wurde einbezogen. Von 30 Untersuchungsstationen und vier Sinkstoffentnahmestellen wunden rd. 770 Proben untersucht und ausgewertet. Das Ergebnis: Die Sinkstoffmenge reicht aus, um die Landgewinnung voranzutreiben. Es wird berechnet, dass innerhalb der Lahnungen bei günstigen Wetterlagen ca. 100 mg/l liegen bleiben. Das Sediment zeigt eine Abnahme der feinen Fraktionen und Zunahme der Md-Werte. Die Gründe werden dargelegt. Alle anderen Faktoren wie Wasser- und Kalkgehalt, Pflanzen- und Tierwelt und die Messungen verzeichnen eine positive Tendenz zur Aufhöhung und Landgewinnung. Die jährliche Höhenzunahmen in den Landgewinnungsfeldern wird mit ca. 2 - 3 cm berechnet.
„Im Sommer 1963 wurde das ostfriesische Watt von Neuharlingersiel bis Harlesiel biologisch-sedimentologisch untersucht, um ein Bild des Wattes entwerfen und Folgerungen für den Küstenschutz daraus ziehen zu können. Es wurden 347 Untersuchungsstationen mit dem Sextanten eingemessen, 192 Sedimentproben kornanalytisch, außerdem auf Wasser- und Kalkgehalt untersucht. An fünf Stationen wurden 385 Wasserproben bei Flut und Ebbe entnommen und der Sinkstoff- und Salzgehalt ermittelt. 14 faunistische Proben wurden qualitativ erfasst. Insgesamt wurden 230 Kilometer zu Fuß auf dem Watt zurückgelegt und 1360 qualitative Ermittlungen durchgeführt. Alle Untersuchungsergebnisse zeigen, dass hier ein günstiges Gebiet für aktiven Küstenschutz vorliegt und dass die Störungszone in der Mitte mit sandigem Watt und 80 cm hoher Abbruchkante in die Landgewinnungsmaßnahmen einbezogen werden kann. Alle Faktoren versprechen Erfolg durch aktiven Küstenschatz, so dass stabile Deckwerke o.ä. nicht errichtet zu werden brauchen. Die Sinkstoffmenge im Wattwasser reicht für die Sedimentierung in den Landgewinnungsfeldern aus.“
„Die Maßnahme „Küstenschutz Leybucht“, die seit 1985 vom StAWA Aurich (heute NLWK Betriebsstelle Aurich) betrieben wird, umfasst unter anderem den Bau einer sturmflutsicheren Deichnase (Leyhörn) mit Siel, Schleuse und Speicherbecken, die sich aus der Leybucht heraus nach Nordwesten erstreckt. Im Zuge der Maßnahme wurden rd. 740 ha Watt-, Salzwiesen- und Sommerpolderflächen eingedeicht, überbaut oder anderweitig ihrer vorherigen Funktion entzogen. Als Kompensation sieht der Planfeststellungsbeschluss […] verschiedene Maßnahmen zur Aufwertung des Naturschutzes in der Leybucht vor; unter anderem wurde Leyhörn 1994 durch die Bezirksregierung Weser-Ems als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nach der ersten Phase der Beweissicherung von 1989 – 1997 wurde das NLÖ – Forschungsstelle Küste 1997 von der Bezirksregierung Weser-Ems beauftragt, diese mit einer zweiten Untersuchungsphase bis zunächst 2000 fortzuführen. Diese umfasst u. a. Untersuchungen zur terrestrischen Wirbellosenfauna im NSG Leyhörn, deren erste Ergebnisse in diesem Dienstbericht vorgestellt werden.“
„Near the East Frisian island of Norderney two sites investigated permanently in order to study longterm fluctuations of macrozoobenthos: one transect (since 1977) at the northern side in shallow subtidal waters and another one (since 1976) at the sheltered southern side in the intertidal area of the Wadden Sea. Since 1980 the investigations have been continued in the frame of COST- 47, sedimentary intertidal programme (including the shallow subtidal habitats colonized by the Macoma balthica community). The results up to 1984, respectively to 1985, are presented and the changes of abundance of the dominant species are discussed. Discussed are also the influences of water temperatures and sediment disturbances caused by wave action. There is evidence that the intertidal variety of the Macoma balthca community shows a greater stability than the subtidal variety.
„Die Fähigkeit benthischer Lebensgemeinschaften, auf anthropogene und natürliche Störungen elastisch zu reagierten, beruht auf den elastischen Eigenschaften ihrer Populationen. Bei der Makrofauna kann eine Wiederbesiedlung gestörter Flächen zum einen durch Initialansiedlung planktischer Larven zum anderen aber auch durch das Dispersionsvermögen juveniler und adulter Stadien stattfinden. Somit ist die Erfassung von Initialansiedlung, Dispersion und Rekrutierung nötig, um vorhandene oder wechselnde Besiedlungsstrukturen in einem Gebiet beschreiben zu können sowie die Regenerationsfähigkeit gestörter Areale abzuschätzen. In den Jahren 1993 bis 1996 wurde mittels Benthosberopungen, Driftfaunafängen, und Markierungsexperimenten die Datenerhebung auf der Gröninger Plate und im Hafen von Neuharlingersiel (Planktonfänge) durchgeführt. Insbesondere wurden hierbei die Polychaeten Lanice conchilega (Schwerpunkt), Scoloplos armiger und Heteromastus filiformis sowie die Bivalvia untersucht. […]“
Der Hauptdeich zwischen Cäciliengroden und Dangast weist einen erheblichen Unterbestick auf und soll daher ab 1996 erhöht und verstärkt werden. Mit dieser Verstärkung ist auch eine Verbreiterung der Deichbasis vorgesehen, woraus ein Bedarf an zusätzlicher Fläche resultiert. Im Rahmen des baurechtlichen Verfahrens wird geprüft, ob dafür überwiegend Binnendeichs- oder Außendeichsflächen in Anspruch zu nehmen sind. […] Insgesamt würden bei Realisierung von Bauvariante A 28,5 ha Salzwiese beansprucht, bei Variante B dagegen nur 13,0 ha. Im Rahmen der Prüfung der Umweltverträglichkeit dieser Varianten wird unter formalen Aspekten zu berücksichtigen sein, dass die Salzwiesen im westlichen Jadebusen zur Ruhezone (Zone 1) des Nationalparks „Niedersächsisches Wattenmeer“ gehören […] Von der Forschungsstelle Küste wurden daraufhin in der Zeit von Mai bis Oktober 1992 auf einem ca. 50 m breiten Salzwiesenstreifen vor dem bestehenden Deichfuß Erhebungen mit dem Ziel einer ökologischen Bewertung anhand von Indikatorengruppen durchgeführt. […] In der ersten Julihälfte 1992 erfolgten floristische und vegetationskundliche Untersuchungen.
Im Rahmen des Projektes "Bestandsaufnahme des eulitoralen Makrobenthos im Jadebusen in Verbindung mit einer Luftbild- Analyse" wurde von 1975 bis 1977 eine Bestandsaufnahme der Wattenfauna (Makrozoobenthos) im Jadebusen durchgeführt. Hierbei wurde an 136 Stationen die Abundanz u. Biomasse von MZB erfasst (135 Stationen in Datenbank DBKüstenbiologie). Alle Daten sind in der Datenbank DBKüstenbiologie gespeichert, veröffentlicht im Jahresbericht 1986 Band XXXVIII der Forschungsstelle Küste. In the framework of the project "Investigation of the intertidal macrozoobenthos in the Jade Bay in relation aerial photograph analysis " a survey of the macrozoobenthos has been carried out in the Jade Bay region from 1975 to 1977. Investigation of macrozoobenthos abundance and biomass at 136 stations (135 stations in the database DBKüstenbiologie). All data ist stored in the database DBKüstenbiologie, published in annual report 1986 Band XXXVIII of the Forschungsstelle Küste.